T.H.U.M.B. (Primordial Echoes For Modern Bigfoots) CD
T.H.U.M.B. ist eine weitere Band aus Italien, die die Tradition der Heavy-Rock-Bands mit einem leichten 70er-Jahre-Touch fortsetzt. Im Gegensatz zu anderen Landsleuten gehen sie aber nicht den progressiven Weg. Die Einflüsse der 70er Jahre kommen vor allem in den spacigen, psychedelischen Momenten ihres groovigen Stoner Rock zum Vorschein, wie zum Beispiel im schwebenden Intro von „Wear It Out”. Das Trio präsentiert sein Können in 12 Tracks mit einer Gesamtlänge von etwa 55 Minuten und zeigt dabei, dass es sowohl gute, fast 7 Minuten lange Songs als auch schöne kurze Songs wie „Lived Namow” schreiben kann, der gerade einmal 2:04 Minuten dauert. Dieser Song sticht nicht nur wegen seiner Kürze aus dem Album heraus, sondern auch, weil er ein schöner, rootsiger Blues-Song mit Mundharmonika, Akustikgitarren und Percussion ist.
Generell muss ich allerdings zugeben, dass T.H.U.M.B. genauso originell sind wie die meisten anderen Bands, die verzerrte Gitarren und Lo-Fi-Blues-Soli, entspannte, effektverstärkte Vocals und die typischen groovigen Stoner-Riffs verwenden. Aber ich kann sagen, wenn du von Stoner Rock nicht genug bekommen kannst, dann haben diese beiden italienischen Jungs und ein Mädchen vielleicht etwas zu bieten, das dir gefallen würde. Klar, manche Riffs klingen, als hättest du sie schon mal gehört. Aber du wirst sie wieder hören. Also ist es eigentlich egal, denn die meisten Songs sind solide wie Fels und schwer wie Stein, egal ob sie langsam und eher lang sind wie „Wear It Out” oder eher geradlinige Midtempo-Rocker wie „Road Song”.
Und für diejenigen unter euch, die einen Sinn für Humor haben, gibt es einen Song namens „East Clintwood”, in dem die bluesige Akustikgitarre und Mundharmonika zurückkehren, um diesem groovigen kleinen Bastard klangliche Raffinesse zu verleihen. Leider hat dieses Album keine wirklichen großen Hits. Am ehesten käme dafür der bereits erwähnte „East Clintwood” oder „Into The Deepest Green” in Frage. Dieser psychedelische Rocker gefällt mir irgendwie sehr gut. Vielleicht wegen der Synthesizer, die an Hawkwind erinnern. Wie dem auch sei, T.H.U.M.B. haben mit „Primordial Echoes For Modern Bigfoots” ein gutes Album rausgebracht.
(Thorsten Frahling)