SASQUATCH / ROADSAW / DIXIE HEXE
20. Oktober 2011 im Club Zwölfzehn/Stuttgart, GER
Ihr könnt euch nicht vorstellen, liebe Leser, wie begeistert ich war, als ich hörte, dass dieses hervorragende Paket ein paar Shows in Deutschland spielen würde. Alle drei Bands gehören zu meinen Favoriten aus dem Label-Katalog von Small Stone Records, und ich weiß, dass insbesondere ROADSAW und DIXIE WITCH auf der Bühne ihre wahre Kraft entfalten. Dann war es endlich soweit, und mein Kumpel Steve und ich machten uns auf die lange Fahrt nach Stuttgart. Das Wetter war großartig, und wir waren alle in bester Stimmung. Nach etwa viereinhalb Stunden kamen wir in Stuttgart im Club Zwölfzehn an, wo wir Büffl und Timon von Advanced Music Stuttgart trafen, die die lokalen Organisatoren waren. Ich war zum ersten Mal im Zwölfzehn zu Gast und ich kann euch sagen, dass dies ein großartiger Veranstaltungsort ist. Er ist nicht zu groß, eher gemütlich und gut eingerichtet.
SASQUATCH war die erste Band, die auf der Bühne erschien, und ich war sehr gespannt auf sie, da ich alle ihre Alben mag, besonders das letzte. Außerdem war dies die erste Tournee der Band außerhalb der USA, und ich konnte mir gut vorstellen, dass dies eine aufregende Reise für die Band war. SASQUATCH ist auf ihren Alben ein echtes Power-Trio, und nun war ich neugierig, ob sie diese Wirkung auch auf der Bühne entfalten konnten. Leider war dies nicht der Fall, und bis heute frage ich mich, warum das so war. Sie lieferten eine leidenschaftliche Performance mit Charakter und Elan, aber der Funke sprang nicht über. Das änderte sich auch nicht, als sie „Pull Me Under” spielten, einen meiner Lieblingssongs von SASQUATCH. Trotzdem war es eine sehr solide Show und ein vielversprechender Auftakt für ROADSAW und DIXIE WITCH.
Nach einer kurzen Pause betraten ROADSAW die Bühne, und was folgte, war definitiv eine fantastische Rock 'n' Roll-Show und eine der besten, die ich seit langem gesehen habe. Craig Riggs ist ein verdammt guter Sänger und einer der unterhaltsamsten Vokalisten, und obendrein noch ein wirklich cooler Typ. Und dann sind da noch Gitarrist Ian Ross sowie die supertight Rhythmusgruppe, bestehend aus Schlagzeuger Jeremy Hemond und Bassist Tim Catz. All das zusammen ergibt eine extrem kraftvolle Hardrock-Maschine, die von leckeren Gitarrenriffs, köstlichen Hooks und knallharten Grooves angetrieben wird. Ich erinnere mich noch gut an ihren Auftritt 2002 im Underground in Köln (der auch verdammt gut war), aber an diesem Abend waren sie in Höchstform.
Der ganze Saal bebte und rockte, denn niemand konnte sich der energiegeladenen Show von ROADSAW entziehen. Sogar die Setlist war ziemlich beeindruckend und umfasste Songs von „Nationwide” über „Rawk N' Roll” bis hin zum neuen, selbstbetitelten Album. Sie spielten „So Low Down”, „Right On Through” und weitere großartige Stücke. Es war ein sehr denkwürdiger Auftritt, und ich kann nur sagen, dass ich euch wärmstens empfehle, euch den Namen ROADSAW zu merken, wenn alles zusammenkommt. Um ehrlich zu sein, ist es für mich fast unmöglich, diese Show mit Worten zu beschreiben, denn das war der Rock 'n' Roll-Himmel. Und es war heavy!
Wäre das Konzert jetzt schon vorbei gewesen, wäre ich ein sehr glücklicher Mann gewesen. Aber da war noch DIXIE WITCH, ein weiteres leidenschaftliches und superheftiges Rock 'n' Roll-Biest, das darauf wartete, mein Herz und meine Seele zu massieren. Nach nur wenigen Minuten hatte DIXIE WITCH das Publikum fest im Griff. Die Band sprüht vor Energie, Charisma und purer Kraft. Für mich schien Gitarrist Joshua „JT” Todd Smith (der 2009 Clayton Mills ersetzte) schon immer Teil der Band gewesen zu sein. Er ist nicht nur ein wahrer Riffmeister, sondern auch ein virtuoser Solist, und man merkte deutlich, dass er viel Spaß hatte. Das galt auch für Bassist Curt „CC“ Christenson, der sich mit Schlagzeuger Trinidad Leal den Gesang teilt. Seine donnernden Basslinien füllen jede Lücke, obwohl es in der massiven Klangwand von DIXIE WITCH nicht viele Lücken gibt.
Diese massive Wand wird durch Trinidads beeindruckenden Schlagzeugstil ergänzt. Er spielt die Double Bass Drum sehr effektiv in den Songs, ist aber auch ein großartiger Sänger. Um ehrlich zu sein, ist er einer meiner Favoriten. Ich war sehr froh, dass DIXIE WITCH viele Songs aus ihrem neuen Album „Let It Roll” spielten, wie zum Beispiel den Titelsong oder „The High Deal” und „Red Song”. Aber es gab auch einige ältere Stücke wie „Set The Speed” oder „Into The Sun”. Es wäre schön gewesen, wenn sie mehr Titel aus ihrem Debütalbum gespielt hätten, wie „Thunderfoot” oder „Throwin Shapes”, aber dennoch war es eine großartige Setlist. Genau wie ROADSAW ist DIXIE WITCH eine Band, die auf der Bühne erst richtig zum Leben erwacht. Sie sind zehnmal druckvoller als ihre Platten und verkörpern perfekt den Begriff Power-Trio. Dieser Dampfwalzen-Krach ist die Essenz des Heavy Rock 'n' Roll selbst, gereinigt, verstärkt und bereit, Zeugnis abzulegen. Auch hier ist es sehr schwierig, eine Live-Show von DIXIE WITCH mit Worten zu beschreiben. Man muss es tatsächlich sehen, um es zu glauben.
Das war ein glorreicher, überwältigender Abend – und in diesem Sinne geht mein Dank an SASQUATCH, ROADSAW, DIXIE WITCH, aber auch an die Vibra Agency und meine Freunde von Advanced Music Stuttgart, die einen großartigen Job gemacht haben!
(KK)