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Biber / Spirit Wohnwagen

„Heavyness from the Source”

Wir schreiben den 7. September 1999. Das Doom-Mutterschiff ist hier in Köln in meinem persönlichen Lieblingsclub, dem UNDERGROUND, gelandet, und es hatte eine schwere Ladung an Bord.

Drei Bands stiegen aus, alle vollgepackt mit großartigen Musikern. Die Eintrittskarten kosteten etwa 20 DM. Also weniger Geld, um richtig high zu werden!!! Eine Band namens HOEK eröffnete die Heavy-Versammlung. An dieser Stelle möchte ich mich bei diesen Jungs entschuldigen, da ich nicht viel über sie weiß. Aber das ist auch nicht wirklich wichtig. Ihr Sound hat sie legitimiert. Ihre Performance hat mich überzeugt. Wenn ich das Geld aus meinem Job als Abrisshelfer zusammenhabe, werde ich mir überlegen, zum Plattenladen zu gehen und ihre LP zu bestellen – falls es eine gibt. Ich würde wirklich gerne mehr von dem Heavy-Zeug aus der Stadt der Messer (Solingen) hören.

Der zweite Teil des musikalischen Treffens wurde von BEAVER übernommen. Virtuose Heavy-Musik aus den Niederlanden. Ihr Sound ging direkt vom Ohr ins Gehirn und von dort direkt in die Hüfte. Die vier sympathischen Musiker gaben alles und das Publikum hörte zu. Der Song von der Split-10" mit QUEENS OF THE STONE AGE „Abscene without Leave” brannte sich sofort in mein Gedächtnis ein. Wenn ihr psychedelische und Heavy-Musik mögt, könnt ihr mit meinem Rat nicht viel falsch machen: Geht raus und unterstützt euer musikalisches Erbe. Haltet Ausschau nach ihrem Longplayer „The Different Engine”.

Last but not least zog SPIRIT CARAVAN aus Maryland/USA das Publikum in seinen Bann. Ein sehr guter Freund von mir, der SAINT VITUS und THE OBSESSED vor Jahren live gesehen hatte, erzählte mir in Bezug auf Scott Weinrich etwas über „Mr. Charisma”. Für mich war es das erste Mal, dass ich SPIRIT CARAVAN gesehen habe. Aber nach diesem Konzert glaube ich zu wissen, was er gemeint hat. Die Kombination aus Schlagzeuger Gary Isom (ehemals IRON MAN), Bassist und Sänger Dave Sherman (ehemals WRETCHED) und Scott Weinrichs (ehemals THE OBSESSED, SAINT VITUS, SHINE) Gesang und Gitarrensound passt perfekt zu diesem Trio. Songs wie „Peckerwood Stomp”, „Looking Glass” (alter SAINT VITUS-Klassiker), „Powertime” oder das BLACK SABBATH-Cover „Wicked World” haben mir Gänsehaut bereitet. Sie spielten zwei Stunden lang ohne Unterbrechung. Zwei Stunden Gänsehaut, ohne dass mir kalt war. Diese Heavy-Musik strahlt so viel Wärme aus, dass ich sagen kann, diese Band hat mein Herz wirklich berührt. Ihre Schwere füllte den ganzen Raum aus. Wenn ich einen Vergleich finden müsste, würde ich ihren Sound als ein sanftes Erdbeben beschreiben.

Wenn ihr nichts über SPIRIT CARAVAN wisst, dann kauft euch die EP „Dreamwheel” und das Album „Jug fulla Sun” und ihr werdet es herausfinden. In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, dass ich mich schon auf das nächste Konzert von SPIRIT CARAVAN freue. Wenn ihr sie im UNDERGROUND nicht gesehen habt, verpasst sie nicht ein zweites Mal, falls sie nach Deutschland oder wo auch immer sie gerade sind, zurückkommen. Das war's fürs Erste. Ich hoffe, ihr alle rockt weiter – bis dann!

(Georg Nageldinger)

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