THE SETTING SON (Before I Eat My Eyes & Ears) LP/CD
Wenn du die Musik der 1960er Jahre genauso liebst wie ich, dann kommst du an THE SETTING SON nicht vorbei. Aber vielleicht kennst du ja schon das selbstbetitelte Debütalbum und das nachfolgende Album „Spring Of Hate“. Wenn ja, dann wirst du „Before I Eat My Eyes & Ears“ lieben. Wenn du THE SETTING SON noch nicht kennst, dann ist „Before I Eat My Eyes & Ears“ der perfekte Einstieg, um die Welt von Sebastian T.W. Kristiansen zu entdecken, der kreative Kopf hinter der Band. Im Gegensatz zu den vorherigen Alben ist das neue Album abwechslungsreicher, ohne dabei vom alten Stil abzuweichen.
Genau wie Lorenzo Woodrose ist S.T.W. Kristiansen ein begnadeter Songwriter, der seine Inspiration aus Beobachtungen der 1960er Jahre bezieht. Egal, ob Garagenrock, Psychedelic Pop oder Surf-Musik, Kristiansen macht alles und schafft es scheinbar mühelos, seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Das liegt unter anderem sicherlich an seiner unverwechselbaren Stimme, aber auch an seinem Talent. Es fasziniert mich immer wieder, wie Traurigkeit und unbeschwerte Lebensfreude miteinander verwoben sind, ganz zu schweigen von den wunderbaren Melodien, die auf diesem Album reichlich vorhanden sind.
Wie bei „Spring Of Hate” kommen auch hier häufig eine Orgel und ein Fender Rhodes zum Einsatz, die für zusätzliche Unterhaltung sorgen. Ein perfektes Beispiel dafür ist „Terrible Town”, wo Organist Henrik „Heinzz” Malm den Ton angibt. „Butterface” hingegen hat mehr mit The Seeds oder The Sonics gemeinsam, während „Are You The One” einer dieser verträumten, aber melancholischen Songs ist, die mich immer wieder berühren. Aber im Grunde sind alle 10 Songs echt hörenswert. Die Instrumentierung ist lebhaft, nuanciert und sorgfältig arrangiert. Man muss sich nur genug Zeit nehmen, um all die klanglichen Feinheiten zu entdecken, von denen ich hier spreche. Wie auch immer, dies ist ein großartiges Album, das mein Herz und meine Seele erobert hat.
(KK)