CHURCH OF MISERY (Thy Kingdom Scum) LP/CD
Es gab Zeiten, in denen ich gespannt auf jede neue Veröffentlichung von CHURCH OF MISERY gewartet habe. Auch ihr letztes Album „Houses Of The Unholy” (Rezension hier) hat mir bei seiner Veröffentlichung gefallen, aber nach einer Weile habe ich das Interesse daran verloren. Heutzutage höre ich eher die alten Sachen aus den 1990er Jahren sowie „Master Of Brutality” (Rezension hier), das wahrscheinlich ihr bestes Werk ist. Früher hatten CHURCH OF MISERY ein viel besseres Händchen für eingängige Hooklines, und das Serienmörder-Konzept war noch frisch und neu, zumindest in der Welt des Doom.
Ich muss also zugeben, dass ich nicht besonders begeistert war, als ich eine Promo-Kopie von CHURCH OF MISERYS viertem Album „Thy Kingdom Scum” bekam, das Ende Mai 2013 bei Rise Above Records rausgekommen ist. Seitdem hat sich nicht viel geändert, obwohl ich mir diese Platte ziemlich oft angehört habe. Abgesehen von der exzellenten Coverversion von Quatermass' „One Blind Mice” kann „Thy Kingdom Scum” meine Begeisterung nicht wecken. Natürlich ist die gesamte Performance leidenschaftlich und der neue Gitarrist Ikuma Kawabe sowie Sänger Hideki Fukasawa (der nach mehrjähriger Abwesenheit zurückgekehrt ist) geben ihr Bestes, um die blutige Welt der Band zu stärken, aber was nützt das, wenn die Songs nicht über dem durchschnittlichen CHURCH OF MISERY-Standard liegen. Der Grund, warum mir „One Blind Mice” gefällt, ist, dass es etwas schneller ist, aber darüber hinaus gibt es keine wirklichen Überraschungen. Aus den gleichen Gründen mag ich auch den zweiten Teil von „Dusseldorf Monster”.
Aber darüber hinaus langweilt mich die anhaltende Bewunderung von CHURCH OF MISERY für die frühen Black Sabbath ein bisschen. Natürlich gibt es noch andere Einflüsse, aber es ist offensichtlich, dass „Thy Kingdom Scum” stark von den frühen Werken der Doom-Pioniere aus Birmingham geprägt ist. Daher bleibt die Originalität oft auf der Strecke. Versteh mich nicht falsch, ich finde CHURCH OF MISERY immer noch besser als alle anderen neueren Doom-Bands, und „Thy Kingdom Scum” ist definitiv kein schlechtes Album. Aber es gibt keine echten Highlights, und wer beeindruckende Songs sucht, wird hier nichts finden.
(KK)